170813: an den letzten Absätzen

170807: Nachtrag

170801: Schrift etwas vergrößert

170723: letzte Bearbeitung inhaltlich

 

 

Teil 2: Was ist Schutz?

Ich weiß nicht, ob Sie einmal den Kalle Blomquist gelesen haben.
„Meisterdetektiv  Kalle Blomquist“ heißt das Buch von Astrid Lindgren.
In dem Buch wird beschrieben, was ein Fetisch ist.

Ein Fetisch ist irgend ein ich hab-vergessen-was-es war Ding im Besitz der Freundesgruppe. Das Wesentliche ist, dass es Kampfgegenstand ist, dass es von einer anderen Gruppe gestohlen und versteckt wird, wieder erobert wird.
Das ist Schutz.

 

Vor kurzem hatten wir in Hamburg ziemlich viel Schutz.
21.000 Schutzpolizisten waren anwesend.
Ziemlich viele Schutzhubschrauber verschiedener Gewichtsklassen dröhnten ziemlich ununterbrochen über der Stadt.
Rückwirkend zeigte sich, dass der Schutz stellenweise unzureichend war. Beim nächsten Mal sollten es mindestens 40.000 Schutzpolizisten sein. Und im Vorfeld sollte schon mal das Zentrum des Bösen abgefack- Ich meine, ein Kindergarten sollte dort rein oder ein Seniorensitz oder sonst was aus der Sozialbürokratie. Vielleicht n Immobilienbüro.
Andererseits darf man sagen, im Wesentlichen ist der Schutz erfolgreich geschlagen worden.
Dem großen neuen Hamburger Fetischobjekt ist kein Leid geschehen.
Die Insassen konnten völlig ungestört ihr wichtiges Format ausfüllen.
Ebenfalls ungestört erfolgte die Aufführung eines Werkes von einem Mann, der wusste was „aufrecht stehen vor Fürstenthronen“ bedeutet. Und das, das möchte ich hier ganz klar anmerken, das geht durchaus auch ohne Pflasterstein in der Hand. Denn nur dann kann man sie ordentlich zur Faust ballen.
Willkommen bei  uns heute, lieber Ludwig van Beethoven und guada oida Fritz Schiller!
Als die Schanze in Flammen stand war die Stadt außer Rand und Band und ganz Hamburg schreit dabei: Schützen wir die Polizei!

 

Der Schutz eines Grabes ist etwas anderes. Es genügt einfach ein wenig Da Sein. Etwas Kratzen an der Erde. Auffüllen des Kaninchenlochs. Herausnehmen der alten Blumen, Wasser wechseln und ein paar neue. Ein wenig schauen, ein wenig still sein. Mehr Schutz ist nicht.
Wenn ich Geld habe, dann mach ich das einmal die Woche. Wenn ich drei Wochen nicht da war, dann tut der Anblick ein wenig weh.

 

 

Der Schutz einer Familie könnte eine stille Angelegenheit sein.
Eltern und Kinder sind gewohnt miteinander, sind eine Vertrauensgemeinschaft. Heißt so gut wie keine Kontrolle gegeneinander.
Heißt jetzt auch auseinander sein, sich nur zum Anlass begegnen. Ich habs anders erlebt gehabt früher, muss akzeptieren, dass es so ist.

Der Schutz, den eine Mutter gibt, ist etwas generell anderes als der Schutz, den die Stadt Hamburg verhängt:
Der Schutz der Mutter findet statt, ob unter Frieden, ob unter Krieg, ob in Not.
Schutz der Mutter ist die Abstraktion des Kindes von der Not.
Es ist das Geschenk des Alltags, das sie gibt. Unsere tägliche Gewohnheit gib uns heute. Der Alltag auch Heute: Sie erfüllt das Gebet.
Kinder stellen sich in Tätigkeiten hinein, verstehen von daher ihr Miteinander sein. Diese Geborgenheit im gemeinsamen Tun, diese Anwesenheit der Mutter in ihren Handlungen, das ist Schutz der Mutter, den sie gibt, über ihren Tod hinaus, für den damals 12 jährigen, für die Älteste mit ihren 22 Jahren, für die dazwischen. 
 

Ich? bin ein Schreiberling. fühl mich ganz ganz langsam als der Mann auf den sie mal scharf war. -

 

Familie ist ein Rahmen, in dem sich junge Menschen entwickeln.

Familie heißt: Wachsen lassen. Familienschutz ist Schutz in der Zeit. Früher sprach man von geborgener Kindheit.

 

Von Staats wegen geht es nicht um den Schutz der Familie als ganzer.
Im Mittelpunkt steht „das Kind“.
Es schreit ja nach Schutz.  Es lebt ja in seiner Familie.
Vielleicht wird es mißhandelt, von den Eltern. Vielleicht wird es mißbraucht, vom Vater. Vielleicht sind die Eltern unverantwortlich. Vielleicht sind Eltern unfähig.

Es gibt so vieles Denkbares.

Vielleicht wird es vernachlässigt.
Nehmen wir uns das Wort: Vernachlässigen.
Keine Kleidung kaufen. Oder den Kauf verzögern.
Die Vielfalt im Essen reduzieren.

Ein Vater, der stumm wird, der aufhört Sicherheit zu geben.

Schreit das nicht nach Schutz des Staates?  

Die Antwort ist nein.
Wenn Vernachlässigung darin besteht, dass der Staat selbst
dem Familienhaushalt 16.700 Eur entzieht,
dann vergessen wir das Wort Schutz.
Da müsste Staat sich ja selbst Einhalt gebieten.

 

Kind ist ein Fetisch.
Politik schlägt Schlachten zu seinem Schutz.
Wie jeder Fetisch wird Kind uninteressant und vergessen,
wenn die Schlacht gegen Vater, gegen Mutter seine Verletzung nötig macht.
Kind ist ein Kollateralschaden.

 

Denn das eigentliche Schutzobjekt des Staates ist die Frist.
Staat setzt Frist. Staat straft erbarmungslos ihre „Übertretung“.
Frist, von Staat gesetzt, ist das einzige Objekt,
dessen Integrität positiv  geschützt wird,
zur Vernichtung der Integrität der Familie: der Kinder und des Vaters.   

 

Für diese Schlacht gegen Familie benötigt Staat keine Schutzpolizisten.
Es gibt auch keine Pflastersteine auf der anderen Seite.
Kind hat  keine, Vater hat keine.
Behörde braucht auch keine Steine.
Sie hat was Besseres, zielgenauer die Menschen treffend und zerstörungssicher.
Als Waffe genügt ein einfaches Stück Papier.
Die Mitteilung, dass die Kindergeldzahlung in Höhe von 16.700 Euro für mehrere Kindergeldjahre, dass diese Kindergeldzahlung nicht ausgeführt wird.

Kinder sind Fetischobjekte der Gesellschaft.
Sie stehen „im Mittelpunkt“, wenn es darum geht, „für“ sie Kriege zu führen.
Kinder sind ein Dreck für die Bürokratie, wenn es gilt einfach und zuverlässig das gegebene Versorgungsversprechen einzulösen. 

Da gibt es keinen „Schutz“.
Da lernen Kind und Vater nackte Existenz.

 

 20170721 evg

 

 

 

 

 

 

Für die zitierten Lieder dank an niemand will die zukunft wie sie war georg kreisler.
Der Mann ist tot übrigens. und vorher war er jude. Passen Sie also auf mit Ihrer ehrlichen Meinung zu diesen Texten. Und was kann der dafür, dass in über 50 Jahren der Schutz der Polizei immer noch nicht verwirklicht worden ist.
Doch, ehrlich gesagt, ich glaube er kann dafür. Deshalb dank an georg kreisler.
20170807