Öffentlichkeit, Justiz

 

 

-       Der übliche Journalist entdeckt  in Wahlkampfzeiten die „Armut“, deren Kenntnisnahme er vor einem Jahr noch verweigert hat.
Das Spiegel-Team schreibt sich einen Multimediareport basierend auf Statistiken und Interviews zusammen.
Preisgekrönt, selbstverständlich, von voll alimentierten Journalisten.

Das, was ich auf dieser Seite biete ist, ist eine Fallstudie.
Sie untersucht einen Mechanismus von Familienzerstörung.
Sie arbeitet nicht mit den Mitteln der Statistik.
Ich interessiere mich nicht für die Gleichheit der Opfer.
Ich interessiere mich für die Gleichheit der Täter.

Die Untersuchung ist nicht gesellschaftlich.
Sie berichtet nicht über arme Personen,
die dann von einem „Wir“ aus und
irgendwie solidarisch betrachtet werden.
Sie kennt dieses „Wir“ nicht, unter dem
der Wunsch nach der totalen Herrschaft
von Bürokratie
maskiert ist.

Der Text besteht in der Einheit
von dem Opfer der Schreibtische und
dem jenigen, der sich dazu äußert.
Ich, in dem, was mir und meinen Kindern angetan wird
bin identisch mit demjenigen,
der ich mich dazu zu äußere.  

Die Untersuchung ist nicht multimedial.
Sie ist multidimensional:
Weil das, was mir widerfährt, von allen Seiten zuschlägt.
Weil das was mir zuschlägt, zusammengehalten wird nur darin, dass ichs bin.
Dass ich Einer bin.
Von hier aus werde ich versuchen, die Auswirkungen in jeder Richtung aufzuzeigen.

Die Öffentlichkeit, die über meinen Fall herzustellen ist,
ist nicht die des globalen
überall zu Hause seienden
Fremdlings:
Der Journalist,
der in der Welt schon Alles gesehen hat,
der verweigert dem Einzelnen hierzulande dauerhaft
sein gelangweiltes
Auge.

Der Entheimatung in der lokalen Globalstadt entspricht der Herauswurf aus der Eigenzeit.
Die Aktualität dieses Falls besteht in der diktatorischen Verwendung der Zeit gegen die Menschen, deren Zeit von Staats wegen beschlagnahmt wird.
Gegenwart ist unfähig und unwillens, die Bürden der Zeitlichkeit auf sich zu nehmen. Vielmehr gliedert sie diese aus und bürdet sie denen auf, die die Arbeit der Generationen leisten: Den Familien als Orten der Ungleichzeitigen. Das ist das sogenannte Private.

 

-       Das politische System bezeichnet sich als Rechtsstaat.
Dieser ist gekennzeichnet durch Gewaltenteilung:
Legislative, Exekutive und Judikative:
Gesetzgebung, Bürokratie und Rechtsprechung sind unabhängig voneinander.

 

Diese Behauptung ist nicht haltbar.
Justiz kooperiert nahtlos mit der Verweigerungsbürokratie.

Der Kopplungsmechanismus besteht im gemeinsamen Mißbrauch der Zeit:
Verweigerungsbürokratie nimmt sich 6 Monate Zeit, bis sie meinen Einspruch zu einer Kindergeldverweigerung überhaupt zur Kenntnis nehmen mag.

Justiz ist anschließend eine: Ich-hab-jetzt- keine-Zeit, und-das-dauert 10 – 12 Monate-Rechtsverweigerungsjustiz.

Zuvor hatte man dem schwer belasteten Vater eine 8 Tage-Frist gestellt,
eine zusätzlich zu gebende 30 Tage-Frist unterschlagen,
dann wegen einer 30 Tage-Frist seinen Einspruch für verfristet erklärt.
Zeit wird unmittelbar und nur gegen Familie eingesetzt.

 

Die Ausstattung der Justiz mit den Ressourcen zu einer schnellen Rechtspflege dürfte eine Leistung der Exekutive sein. 
Die Exekutive entzieht sich dem Recht, indem sie der Rechtspflege die nötigen Ressourcen vorenthält.

Justiz nötigt zur Unterschichtenjustiz:
Zur Güteverhandlung, der Mediation.
Sie macht mein Recht zum privaten Verhandlungsding.
Das von mir Erreichte hilft meinem Nachbarn nicht.
Unterschichtenjustiz bietet die schnelle Auszahlung des Geldes anstelle einer Feststellung des Unrechts.
Familie ist an sich rechtlos und, nur wenn es nicht anders geht, „schlimmstenfalls“ mit dem Geld abzufertigen.

 

Des Weiteren wird festzustellen sein, dass Justiz von sich selbst aus befangen ist, und aktiv an der Verelendung der im existentiellen Risiko stehenden Institution Familie mitwirkt.
Sie ist Transferjustiz. Sie ist Verelendungsjustiz. Sie ist Gesellschafts-Spaltungsjustiz.

 

 

170912 © ekkehard von guenther www.keinkindergeld.de